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Liebe GBN-Leser*innen,

bevor wir uns in die (Sommer)Pause vor der nächsten ‚Welle‘ verabschieden, noch ein „Bravo, Jens Wilhelm & Co.“!

Wer ist das? Jens Wilhelm, Vorstand Union Investment, aber auch: Mitglied der DCGK-Kommission (von der man lange nichts gehört hat) und Vorstands- und Präsidiumsmitglied des Deutschen Aktieninstituts (auch von Union Investment finanzierte Geschäftsstelle der DCGK-Kommission).

Ich gebe zu, dass ich mir diese kleinen ‚Sticheleien‘ in Richtung DCGK-Kommission und Transparenz nicht verkneifen kann. Das ist nichts Persönliches, aber wie sagt der weise Dichter: „Der Fisch stinkt vom Kopf“. Und Corporate Governance in Deutschland ist – pardon – immer noch auf dem Niveau eines … (nein, ich schreibe es nicht aus).

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

eine Hausdurchsuchung bei einem ehemaligen Aufsichtsratschef – das kommt nicht alle Tage vor. In der letzten Woche erwischte es Wulf Matthias, den langjährigen Chefkontrolleur des Skandalunternehmens Wirecard. Und was der Spiegel darüber zu berichten hat, klingt in der Tat erschreckend: Emails legen demnach den Verdacht nahe, dass CEO Markus Braun, Vorstand Jan Marsalek und Matthias gemeinsam einen dubiosen 100-Millionen-Kredit bewilligten.

Matthias‘ Anwalt hat den Vorwurf der Untreue laut Spiegel zurückgewiesen, und natürlich gilt auch hier die Unschuldsvermutung. Der Fall zeigt allerdings, dass die Rolle der Aufsichtsräte im Wirecard-Skandal noch längst nicht ausgeleuchtet ist. Der mit gewaltigem Aufwand betriebene Bundestags-Untersuchungsausschuss hat hier nur wenig ans Licht gebracht und in erster Linie Schlagzeilen für die Medien geliefert.

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

die Sonne hat Deutschland wiederentdeckt, die Corona-Inzidenzwerte fallen und fallen, der DAX steigt und steigt – und die Deutsche Bank macht weiter Corporate-Governance-Schlagzeilen. So war zu lesen, dass sich die EZB in die Nachfolgeplanung von Paul Achleitner eingeschaltet hat. Darf die das?

Wie wir aus den Skandalen um Wirecard & Co gelernt haben, hat die Bafin die Aufsicht über den deutschen Kapitalmarkt und damit auch über die Aufsichtsräte der deutschen Banken. Und diese Aufgabe macht sie sich nicht leicht: Seit dem 1. Januar 2021 gilt – in 4. Auflage und 75 Seiten stark – das neue Aufsichtsrats-Merkblatt.

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

recherchieren, diskutieren, Meinung bilden: Hinter unseren Analysen steckt jenseits des Schreibens mehr Arbeit, als ich ahnte, als wir vor sechs Jahren die GermanBoardNews auf den Weg gebracht haben. Im Laufe von nunmehr 232 Ausgaben hat sich viel verändert: Wir haben Rubriken verworfen und neue eingeführt, die Webseite www.germanboardnews.de in den Mittelpunkt gerückt und die Corporate-Governance-Community stärker eingebunden.

Eines hat sich dabei nie geändert: Wir sind mit Herzblut bei der Sache. Wir streiten leidenschaftlich für Corporate und Personal Governance, langfristiges unternehmerisches Denken und die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Wir wollen Debatten über verantwortungsbewusste Unternehmensführung und die Rolle von Aufsichtsräten und Investoren vorantreiben. Und wir bleiben dabei konstruktiv und stellen konkrete Vorschläge zur Diskussion (etwa im Rahmen der Initiative #FutureGoodGovernance).

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

„Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“: Bundesweit sinkende Inzidenz- und steigende Impfzahlen, der Eurovision Song Contest und das Pfingstfest mit geöffneten Ferienorten und Außengastronomie. Wer möchte sich da mit negativen oder kritischen Gedanken belasten? Bringt doch eh alles nichts, oder? Mag sein, aber spannend ist das schon, was da gerade auf der Bühne der diesjährigen HV-Saison geboten wird. Und es wirft drängende Fragen auf.

Beginnen wir mit der Aareal Bank, der ich mich bereits im April gewidmet habe: Der aktivistische Investor Petrus Advisors legt sich mit dem Aufsichtsrat an, kann sich aber nicht durchsetzen. Das alte ist nach der Hauptversammlung das neue Leadership-Team – die Probleme jedoch bleiben. Jetzt könnte man sagen, dass sich Petrus zumindest bei der Vorstandsvergütung durchgesetzt hat: Immerhin stimmten 63 Prozent gegen die Managergehälter, so dass der Aufsichtsrat jetzt nacharbeiten muss.

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

auf meinen Vorschlag, Aufsichtsräte in die Verantwortung zu nehmen und sie zugleich gegenüber den Aktionären zu stärken, bekomme ich oft zu hören: Wer Aktien hält, ist Eigentümer. Und wer Eigentümer ist, muss zwingend entsprechende Rechte haben. Mehr Unabhängigkeit für Aufsichtsräte ist deshalb systemwidrig. Klingt logisch?

Nein. Wer derart formaljuristisch argumentiert, macht es sich zu einfach – und bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis. Denn Investoren, die ein paar Aktien oder auch ein größeres Paket kaufen, werden dadurch nicht zu klassischen (Mit-)Eigentümern eines Unternehmens. Dazu fehlt es an Bindung und Verpflichtung, die Eigentum mit sich bringt. In diesem Kontext lohnt ein Blick ins Grundgesetz (Art. 14).

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

es erinnert frappierend an die Eskalation des Konflikts zwischen ThyssenKrupp und Cevian Capital: Auf der einen Seite ein traditionsreiches Unternehmen, das vor großen Herausforderungen steht. Und auf der anderen Seite ein aktivistischer Investor, der den Druck auf Vorstand und Aufsichtsrat immer weiter erhöht.

Im Fall ThyssenKrupp führte die Eskalation im Sommer 2018 dazu, dass kurz hintereinander Vorstandschef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Lehner hinwarfen. Wir titelten damals „Das Ende des rheinischen Kapitalismus“, weil beide für eine langfristig ausgerichtete Unternehmensführung zum Wohl sämtlicher Stakeholder stehen.

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

in dieser HV-Saison fällt auf, dass zahlreiche Unternehmen die Amtszeiten für Aufsichtsräte von fünf auf vier Jahre verkürzen (auch für unsere Aufsichtsrätin der Woche). Zur Begründung verweisen die Unternehmen in erstaunlicher Einmütigkeit auf Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und „Erwartungen“ von Investoren. Dann kann das ja nicht schlecht sein. Oder?

Ich möchte eine alternative Deutung anbieten: Unternehmen beugen sich hasenfüßig dem Druck institutioneller Investoren, die Aufsichtsräte enger an die Kandare nehmen wollen. Denn je kürzer eine Ägide, desto schneller können sie unliebsame Kontrolleure austauschen – am liebsten wären einigen Aktionären deshalb einjährige Amtszeiten. Unabhängige Aufsichtsräte, die sich allen Stakeholdern verpflichtet fühlen, wären dann Geschichte.

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

„Greensill“ – Gier trifft auf Dummheit? Dabei wollten die Stadtkämmerer so clever sein. Es kostet schon Anstrengung, sich nicht wieder so richtig zu empören. Denn das Muster ist doch immer das gleiche. Vorher sind alle blauäugig, dann wissen es alle besser und haben schnell die Schuldigen identifiziert. Dabei darf die staatliche Finanzaufsicht natürlich nicht fehlen, und ergänzt wird das Anprangern ihres Versagens dann gerne mit der Forderung nach einem Untersuchungsausschuss. Dann ist auch diese Geschichte zu Ende. Und wir erwarten die Fortsetzung – und die kommt bestimmt!

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Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

nach dem Bundesjustizministerium beschäftigt der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) nun auch das Umwelt-, das Finanz- und das Wirtschaftsressort. Denn der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung, den die drei Ministerien ins Leben gerufen haben, setzt große Hoffnungen auf das Regelwerk: In seinem aktuellen Bericht empfiehlt das Gremium, „Mindeststandards für die Nachhaltigkeitskompetenzen“ von Vorständen und Aufsichtsräten in den Kodex aufzunehmen.

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