Für uns ist klar: Wer das „Silodenken“ aufbrechen, den Teamspirit stärken und so die Unternehmenskultur verbessern will, darf mit den Boni keine Egoisten fördern. Und diese Einschätzung teilen offenbar immer mehr Verantwortliche: Konzerne wie die Deutschen BahnEon, die Deutsche TelekomBosch, SAP und die Lufthansa (aber auch große Mittelständler wie Liqui Moly) haben ihre Boni von individuellen Leistungen entkoppelt – und orientieren sich stattdessen ausschließlich oder überwiegend an der Entwicklung des gesamten Unternehmens.

 

Trivago: Mitarbeiterbeteiligungen statt Boni

Nun hat sich ein weiterer prominenter Befürworter von teamorientierten Boni geoutet: „Bei uns gilt: Geht es dem Unternehmen gut, geht es allen gut – vom Vorstandschef bis zum Pförtner“, sagte Bayer-Aufsichtsratschef Werner Wenning der Rheinischen Post. „Laufen die Geschäfte schlechter, sinken die Prämien für alle. Das halte ich für vernünftig und fair.“ Einen Schritt weiter geht Rolf Schrömgens: „Wir haben uns ganz von finanziellen Anreizen gelöst“, sagt der CEO des Hotelsuchmaschinenbetreibers Trivago. Deshalb gebe es nur Fixgehälter sowie Anteile am Unternehmen. Wir meinen: Mitarbeiterbeteiligungen sind letztlich auch eine Form team- bzw. unternehmensorientierter Boni – und können Identifikation und Motivation oft in noch höherem Maße stärken. Also: Ein Modell, über das Aufsichtsräte zumindest nachdenken sollten.