Dombret & Thiele: Warum die Bundesbank einen Aufsichtsrat braucht

In den nächsten Monaten scheiden gleich zwei Bundesbank-Vorstände aus. Neben Andreas Dombret (58), der jüngst seinen Abschied ankündigte, wird auch Carl-Ludwig Thiele (64, FDP) die Notenbank verlassen. Hinter den Kulissen laufen deshalb die Nachfolgeplanungen auf Hochtouren, und dabei spielt leider nicht nur die Kompetenz, sondern auch das Parteibuch eine entscheidende Rolle. Zu den Kandidaten gehört der niedersächsische CDU-Europapolitiker Burkhard Balz.

Wer kontrolliert die Kontrolleure? Professionelle Nachfolgeplanung statt Polit-Mauschelei

Der 48-Jährige könnte laut Medienberichten davon profitieren, dass Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt gemäß der turnusmäßigen Rochade unter den Ländern dieses Mal über einen Bundesbank-Vorstandsposten entscheiden dürfen. Den anderen neuen Vorstand wählt federführend das Bundesfinanzministerium aus (Bund und Länder wechseln sich bei Nominierungen ab). Wir fragen uns: Was spricht eigentlich gegen eine Art Aufsichtsrat für die Bundesbank, der aus Vertretern von Bund und Ländern, aber auch unabhängigen Experten besteht? Ein solches Gremium zur Kontrolle der Bankenkontrolleure könnte parteipolitische Einflussnahme dämpfen, die Kompetenz in den Vordergrund rücken und für eine professionelle, langfristig orientierte Nachfolgeplanung sorgen. Derzeit geht die Suche – oder sollten wir sagen: Mauschelei – dagegen erst los, wenn die Zeit drängt.