Machtkampf im Nominierungs- und Vergütungsausschuss

Simone Fromm ist Aufsichtsratsmitglied bei einem börsennotierten Unternehmen. Sie sitzt dort auch im „Nominierungs- und Vergütungsausschuss“, den der Aufsichtsratsvorsitzende leitet.

Im Rahmen der Nachfolgeplanung entwickelt der Aufsichtsrat gemeinsam mit den Anteilseignern mehrere Auswahlkriterien, die einzelne Vorstandsmitglieder erfüllen müssen. Auf Basis der Kriterien identifizieren die Aufsichtsräte schließlich zwei Kandidaten für einen vakanten Vorstandsposten.

Der Aufsichtsratsvorsitzende zieht einen der beiden vor und bittet den Nominierungs- und Vergütungsausschuss, dem Aufsichtsrat nur den von ihm präferierten Kandidaten vorzustellen. Andere Ausschussmitglieder lehnen dies ab, und es kommt in der Ausschusssitzung zu einem Streit.

Simone Fromm ist hin- und hergerissen: Einerseits fürchtet sie, dass es die künftige Zusammenarbeit im Ausschuss belastet, wenn sie sich gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden stellt und ebenfalls dafür plädiert, dem Aufsichtsrat beide Kandidaten vorzustellen. Zudem hält sie die Präferenz des Aufsichtsratschefs für nachvollziehbar.

Anderseits widerspräche es der mit den Anteilseignern abgestimmten Vorgehensweise, nur einen Kandidaten zu präsentieren.

Wie soll sich Simone Fromm verhalten?
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