Aufsichtsräte sind in den letzten Jahren deutlich professioneller geworden. Was sie jetzt brauchen, um (noch) besser zu werden.

Die HV-Saison hat begonnen, und es wird wieder verstärkt über Aufsichtsräte diskutiert: Aktionäre hinterfragen die Kompetenz von Kandidaten, pochen auf mehr Unabhängigkeit und kritisieren hohe Boni. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich finde die Debatten richtig und wichtig, und wir Aufsichtsräte sollten uns ihnen stellen.

Was angesichts lautstarker Kritik jedoch bisweilen in Vergessenheit gerät: Ein großer Teil der Aufsichtsräte ist gut aufgestellt und macht einen ordentlichen bis sehr guten Job. Die Zeiten, in denen Vorsitzende Buddies aus ihrem Netzwerk engagierten, sind vorbei; in den letzten Jahren sind zahlreiche hochkompetente Expertinnen und Experten in die Aufsichtsräte eingezogen.

Wer die heutige Zusammensetzung eines Gremiums mit der vor zehn Jahren vergleicht, wird deshalb in vielen Fällen feststellen: Die Diversity hat sich nicht nur in Form einer höheren Frauenquote verbessert. Zudem sind vielerorts junge Aufsichtsräte und neue Kompetenzen dazugekommen.

Entfesselt die Aufsichtsräte!

Zugleich hat sich auf breiter Front die Erkenntnis durchgesetzt, dass Aufsichtsrat ein Beruf ist, und damit ist auch ein Berufsethos entstanden. Und ich glaube, dass wir von der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland dazu einen Beitrag geleistet haben.

Die Fortschritte sollten uns aber nicht zur Zufriedenheit verleiten, sondern…

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