GBN200: Was war – und wie es weiter geht

Liebe GBN-Leser,

ich freue mich, Ihnen heute die 200. Ausgabe unserer GermanBoardNews präsentieren zu können. Als wir im Jahr 2015 starteten, war es unser Ziel, die Debatte über Corporate Governance und insbesondere die Rolle der Aufsichtsräte zu fördern und ihr neue Impulse zu geben. Wir wollten den Mund auf machen, wenn uns etwas stört – dabei aber immer fair bleiben.

Das alles gilt weiterhin – zum Beispiel mit Blick auf die VARD-Initiative #FutureGoodGovernance. Ein besonderes Augenmerk werden wir in den kommenden Monaten auf das Thema ‚Unabhängigkeit von Aufsichtsräten’ richten, vor allem, wenn sie bei (kurzfristig orientierten) Investoren in Lohn und Brot stehen. Denn es zeigt sich immer wieder, dass sie trotz aller Lippenbekenntnisse eigene Ziele verfolgen. Genau das erwarten ihre Geldgeber schließlich von ihnen und dafür werden sie bezahlt.

Unabhängigkeit ist Ethos, kein Regulativ

Wie gefährlich das für Unternehmen werden kann, hat sich bei ThyssenKrupp gezeigt. Die Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat haben in den letzten Jahren alles andere als eine gute Rolle gespielt. In meiner Funktion als VARD-Vorstandsvorsitzender habe ich deshalb in dieser Woche in einem Gespräch mit ThomsonReuters den Rücktritt von Ursula Gather (Krupp-Stiftung) und Jens Tischendorf (Cevian) gefordert. Ich bin überzeugt, dass endlich unabhängige Industrieversteher ans Ruder müssen. 

Unabhängigkeit ist für uns Ethos, so wie es VARD in seinen BERUFSGRUNDSÄTZEN als Leitplanke beschrieben hat, und nicht Regulativ. Es sollte also kein Thema für den Deutschen Corporate Governance Kodex sein (auch wenn die Regierungskommission davon nicht die Finger lassen mag). 

Denn Unabhängigkeit ist nicht allein eine formale Frage. Es geht immer auch um die Persönlichkeit des Einzelnen, seine soziale Prägung, sein Selbstvertrauen und seine Integrität. Es geht um den Umgang mit Verantwortung sowie um Rechenschaft, Rücksicht und Kontrolle – kurzum: um Personal Governance als Basis für optimale Entscheidungen (und zwar immer nur zum Wohle des Unternehmens).

Sie merken schon: Abstrakt lässt sich das Thema nicht wirklich fassen. In den GermanBoardNews wollen in Zukunft noch genauer hinschauen, den Begriff Unabhängigkeit mit Leben füllen und versuchen, Aufsichtsräte zum Nachdenken zu bringen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns gewogen bleiben und uns weiter empfehlen (hier können Interessenten die GermanBoardNews unkompliziert und kostenlos abonnieren). Und natürlich freuen mein Team und ich uns über Lob, Anregungen und konstruktive Kritik.

Weiter geht‘s!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Peter H. Dehnen (Herausgeber)

 

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