Lehren aus dem Wirecard-Skandal: Die brandaktuelle VARD-Agenda für ein besseres Corporate-Governance-System (#FutureGoodGovernance)

Liebe Leser der GermanBoardNews,

wir melden uns aus einer Sommerpause zurück, die alles andere als ereignislos war. Denn der Wirecard-Skandal hat immer weitere Kreise gezogen. Zahlreichen Beobachtern ist klar geworden: Es reicht nicht, das Versagen von Wirtschaftsprüfern und Bafin zu beleuchten. Wir müssen zudem die Schwächen unseres Corporate-Governance-Systems identifizieren und beheben.

Nachdem ich in den letzten GermanBoardNews vor den Ferien für einen „Masterplan“ plädiert hatte, durfte ich meine Vorschläge im Interview mit dem SPIEGEL konkretisieren. Seither gab es viel Zustimmung – insbesondere für die Forderung, die Deutsche Börse in die Pflicht zu nehmen und hohe Governance-Standards zur Bedingung für ein Listing zu machen.

So sagte Grünen-Finanzpolitiker Danyal Bayaz, die Deutsche Börse müsse „Vorgaben für gute Unternehmensführung stärker gewichten“ und „die Qualität von Vorstand und Aufsichtsräten prüfen“. Denn es brauche „eine solide Corporate Governance für den Dax-Aufstieg“. Auch das Handelsblatt plädierte jüngst für „strengere Aufnahmeregeln“.

„Good Governance“ geht nur mit Entscheidern

Erfreulicherweise hat Börsenchef Theodor Weimer, den ich sehr schätze, in dieser Woche Reformbereitschaft signalisiert und neue Kriterien angekündigt. Aber welche sollten das sein? Im Rahmen der VARD-Initiative #FutureGoodGovernance haben wir in den letzten Tagen eine Agenda mit konkreten Thesen und Vorschlägen erarbeitet (hier geht’s zum Download).

Wir fordern die Deutsche Börse darin auf, schnellstmöglich eine Reformkommission einzuberufen, in der der auch Aufsichtsräte und Vorstände vertreten sind. Denn für mich ist klar: Good Governance geht nur MIT und nicht GEGEN Entscheider. Schließlich brauchen wir klare, transparente und praktikable Regeln, die nicht belächelt oder beklagt, sondern aus Überzeugung gelebt werden.

Liebe Leser der GermanBoardNews, mich interessiert sehr, was Sie zu unseren Thesen und Vorschlägen sagen. Kritik, Konkretisierungen und weitere Ideen sind hochwillkommen, gerne auch in Form eines Gastbeitrags. Schreiben Sie einfach an dehnen@vard.de.

Herzliche Grüße

Ihr Peter H. Dehnen (Herausgeber)