Ein neues VARD-Team für bewegte Zeiten

Liebe Leser der GermanBoardNews,

heute möchte ich mich herzlich bei vier langjährigen Mitstreitern bedanken: Dietmar Kuhnt, Stephan Kufferath, Wilhelm Haarmann und Carl-Dieter Wuppermann haben die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) mit Engagement, Expertise und Menschlichkeit geprägt. Ihr Einsatz für die Professionalisierung unseres Berufsstandes und eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung verdient höchste Anerkennung!

Zugleich freue ich mich, dass wir nach ihrem Ausscheiden neue, hochkarätige Aufsichtsräte für Präsidium und Vorstand gewinnen konnten (siehe dazu unsere Rubrik „Aufsichtsräte der Woche“, in der wir heute ausnahmsweise einen Blick in die eigenen Reihen werfen).

VARD bleibt damit hervorragend aufgestellt – und das ist gut so, denn wir erleben spannende Zeiten: Nach dem Wirecard-Skandal haben wir die große Chance, dass Corporate-Governance-System in Deutschland grundlegend zu verbessern. Denn die Börse möchte Governance-Standards in ihr Dax-Regelwerk aufnehmen.

Kontrolle ist gut, Kulturwandel ist besser

Wir haben dazu in unserer #FutureGoodGovernance-Agenda bereits konkrete Vorschläge gemacht, weitere liegen inzwischen auf dem Tisch. Sie zielen allerdings oft auf bessere Kontrollstrukturen. So fordern Corporate-Governance-Experten beispielsweise verpflichtende Compliance-Management-Systeme und direkte Berichte der internen Revision an den Aufsichtsrat.

Das ist sicher diskussionswürdig, aber ich sehe die Gefahr, dass ein wichtiger Aspekt zu kurz kommt: die Personal Governance. Um den Kulturwandel voranzutreiben, müssen wir auch die handelnden Personen stärker in die Pflicht und in die Verantwortung nehmen. Corporate Governance funktioniert nur mit Personal Governance.

Wir haben deshalb in der #FGG-Agenda eine Art hippokratischen Eid vorgeschlagen, wie ihn VARD-Mitglieder durch ihr Bekenntnis zu unseren Berufsgrundsätzen längst ablegen. Wir bei VARD wissen deshalb: Ein Personal-Governance-Kodex ist alles andere als ein Papiertiger; die Diskussionen über Prinzipien und deren Auslegung schärfen das Bewusstsein und stärken das Berufsethos.

Die Deutsche Börse sollte solche Bekenntnisse deshalb von sämtlichen Dax-Aufsichtsräten einfordern. Darauf müssen Sie, liebe Leser, aber nicht warten: Sie können sich schon jetzt durch eine VARD-Mitgliedschaft zu Werten und Prinzipien bekennen. Meine Mitstreiter und ich würden uns freuen!

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Peter H. Dehnen (Herausgeber)

 

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