In dieser HV-Saison kommt es knüppeldick für Deutschlands Aufsichtsräte. Mit ungewohnter Schärfe kritisieren Anteilseigner Kandidaten, die ihnen zu beschäftigt, zu unqualifiziert oder zu abhängig für ein Mandat scheinen. So gerieten in den vergangenen Wochen Jürgen Hambrecht (Daimler) und Victor Chu (Airbus) wegen der Vielzahl von Posten ins Visier, und der neue Infineon-Aufsichtsrat Wolfgang Eder musste sich neben seiner hohen Arbeitsbelastung fehlende Branchenexpertise vorwerfen lassen.

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In den nächsten Monaten scheiden gleich zwei Bundesbank-Vorstände aus. Neben Andreas Dombret (58), der jüngst seinen Abschied ankündigte, wird auch Carl-Ludwig Thiele (64, FDP) die Notenbank verlassen. Hinter den Kulissen laufen deshalb die Nachfolgeplanungen auf Hochtouren, und dabei spielt leider nicht nur die Kompetenz, sondern auch das Parteibuch eine entscheidende Rolle. Zu den Kandidaten gehört der niedersächsische CDU-Europapolitiker Burkhard Balz.

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Um es vorab zu sagen: Wie lange ein Aufsichtsrat geeignet ist für seinen Job, hängt neben der Gesundheit vor allem von seiner Persönlichkeit ab. Wir kennen 80-jährige, die weitaus näher am Puls der Zeit sind als mancher 40-Jährige. Mit pauschalen Altersgrenzen für Aufsichtsräte tun wir uns deshalb schwer. Allerdings gehört zur „Diversity“ eines Gremiums auch ein gesunder Altersmix. Vor diesem Hintergrund sind wir überzeugt, dass vielerorts ein Generationswechsel notwendig ist – zumal es angesichts der tiefgreifenden digitalen Transformation oft Sinn macht, „Digital Natives“ und mit ihnen Digitalkompetenz ins Gremium zu holen.

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