Liebe Leser der GermanBoardNews,

die Debatte über den Einstieg des staatlichen Rettungsfonds WSF bei der Lufthansa läuft auf Hochtouren. Das Ergebnis wird Signalwirkung haben: Es geht um nicht weniger als die Frage, ob wir uns auf den Weg in eine Staatswirtschaft begeben. Entscheiden künftig Politiker und Ministerialbeamte über den Kurs der Unternehmen, die der Steuerzahler rettet?

Das wäre verheerend für die betroffenen Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Und dass es als ersten Konzern die Lufthansa treffen könnte, ist sowas wie Ironie des Schicksals. Denn unsere führende Fluggesellschaft hat in den Achtziger- und Neunzigerjahren am eigenen Leib erfahren, wohin großer politischer Einfluss führt: an den Rand des Ruins.

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

nach einer kurzen Corona-Pause melden wir uns zurück, während der Corona-Wahnsinn in die nächste Runde geht. Medizin, Wirtschaft, Gesellschaft – drei Krisen in einer, und eine komplexer als die andere. Für mich ist klar: Wir dürfen jetzt nicht regional oder national denken. Stattdessen müssen wir versuchen, die globale Dimension zumindest ansatzweise zu verstehen.

Dabei waren wir doch schon überfordert, die Blockbuster-Themen der vergangenen Monate zu verarbeiten: Klimawandel, Umweltkatastrophen, Cyberkrieg. Und jetzt kommt noch eine Pandemie dazu (es wird wahrscheinlich nicht die letzte sein). Bei den Unsummen, die gerade zur ‚Rettung‘ aufgerufen werden, scheint es um ein „all in“ zu gehen – wie Pokerspieler das wohl nennen würden.

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

die Corona-Krise hat auch uns voll erwischt: Wir haben uns schweren Herzens entschieden, den Deutschen Aufsichtsratstag Anfang Mai abzusagen bzw. auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ich bin sicher, Sie verstehen und unterstützen das – Gesundheit hat im Moment absolute Priorität, und jede/r Einzelne ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten und Solidarität mit den Alten und Kranken in unserer Gesellschaft zu zeigen.

Auch im Arbeitsalltag verzichten wir bis auf Weiteres auf sämtliche sozialen und beruflichen Kontakte, die nicht unbedingt notwendig sind. Deshalb gehen wir in einen Corona-Modus: Die nächste Ausgabe erscheint nicht notwendigerweise in zwei Wochen, sondern fällt womöglich aus oder erscheint später – ggf. in abgespeckter Version. Wir wollen uns jetzt die Freiheit nehmen, kurzfristig zu entscheiden, was möglich und sinnvoll ist (und uns notfalls um andere Dinge kümmern).

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

das „Coronavirus“ stellt die Welt auf den Kopf. Sorgen, Ängste, Panik machen sich breit. All das hätte man sich vor ein paar Monaten noch nicht vorstellen können. Als wenn wir mit Digitalisierung, Elektrifizierung und Klimakrise nicht schon genug  Herausforderungen meistern müssten – ganz zu schweigen von den Ereignissen in Syrien, an der türkisch-griechischen Grenze, in Thüringen und in Hanau, die uns ebenso sprachlos wie beschämt machen.

Leider ändert sich jedoch nicht viel, weil niemand (außer verbal vielleicht) Kante zeigen will. In kurzer Zeit scheinen sich viele unserer Werte in Luft aufgelöst oder zumindest verschoben zu haben. Erst wollen wir es nicht bemerkt haben – und dann wissen wir nicht, was wir tun sollen. Wie wollen wir morgen leben und wirtschaften? Wie soll die Welt aussehen, die wir morgen in die Verantwortung unserer Kinder übergeben?

Weiterlesen

HELAU, liebe Leser der GermanBoardNews,

die Wirtschaftsmedien widmen sich mit wachsender Intensität dem Thema „Corporate Governance“. So schrieb der SPIEGEL vor drei Wochen unter der Überschrift „Kontrollverlust“ über „die Aufsichtsräte der DAX-Konzerne“. Im Scheinwerferlicht standen (mal wieder) die Herren Achleitner, Wenning, Kaeser, Hagemann Snabe und Zetsche.

Das Manager-Magazin beleuchtet in seiner aktuellen Ausgabe gleich zwei Governance-Themen: Dietmar Palan schreibt in der Titelstory über „Männer im Geldregen“ („Neue Regeln sollen den Anstieg der Vergütung in den Vorstandsetagen beenden – tatsächlich werden die Summen weiter wachsen“), und Philipp Alvares de Souza Soares sinniert: „Sinn-Salabim. CO2, Plastikmüll, Ungleichheit – die Wirtschaft steht unter Dauerfeuer. Es braucht einen „Purpose“, um die Kritiker zu besänftigen“. Dazu seien „konkrete Änderungen im Geschäftsmodell“ nötig, appelliert er an Aufsichtsräte und Vorstände.

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

einer der Höhepunkte dieser Woche war sicher die Hauptversammlung von Siemens bzw. von Joe Kaeser am Mittwoch. Sie haben es womöglich am Abend in der Tagesschau gesehen: Da saß er, der CEO während  der letzten Hauptversammlung seiner Amtszeit, und las fast gesenkten Hauptes von einem Blatt vor: „Wären wir noch einmal in der Situation, in der wir frei entscheiden könnten, fiele sie sicher anders aus.“

Anders formuliert: Hätten wir das damals alles gewusst, hätten wir sicher anders entschieden.  Da hört man schon den Komiker Gernot Hassknecht in der heute-show rufen: „Hallo! Geht’s noch?! Was genau haben Sie denn nicht gewusst? Und warum nicht? Haben Sie sich denn noch nie mit den Stakeholdern im Siemens Öko-System auseinandergesetzt? Und kommt es noch schlimmer? Was haben Sie noch alles nicht gewusst?“

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

während wir dieser Tage mit einem Auge nach Davos schauen, hat Larry Fink von BlackRock seinen berühmt-berüchtigten jährlichen CEO-Brief bereits verschickt. Auch wenn dort von einem „fundamental reshaping of finance“ die Rede ist, dürfte der angekündigte ‚Swing‘ in Richtung Nachhaltigkeit niemanden wirklich überraschen. Und auch das Thema Klimawandel sollte mittlerweile jeder zumindest in Grundzügen verstanden haben.

Man fragt sich dann allerdings, warum sich gerade Siemens bei einer solch übersichtlichen Themenlage im Umgang mit ‚Fridays for Future’ eine blutige Nase holt. Fehleinschätzung oder Selbstüberschätzung? Immerhin haben es die Kommunikationsexperten geschafft, dass man nur über das Mini-Business in Australien und nicht auch über die Siemens-Aktivitäten in Indien und China redet.

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

Happy 2020! Wir starten mit viel Schwung ins neue Jahr(zehnt) und werden weiterhin die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Corporate Governance Welt für Sie recherchieren und kommentieren.

Insbesondere werden wir dabei ein Auge auf die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) und deren Initiative #FutureGoodGovernance haben. Und da geht es auch gleich los: Deutlich  früher als sonst (die Fußball-EM lässt grüßen) findet am 4./5. Mai 2020 der 16. Deutsche Aufsichtsratstag (#DART16) im Industrie-Club Düsseldorf statt. Der Untertitel lautet diesmal: „Die neue Generation geht an den Start“.

Weiterlesen

Liebe Leser der GermanBoardNews,

der vorweihnachtliche Stress ist ein untrügliches Zeichen, dass das Jahr zu Ende geht. Und „zwischen den Jahren“ bleibt dann oft Zeit, die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Was lief gut? Welche Ziele haben wir erreicht? Welche Enttäuschungen und Highlights haben wir erlebt?

Aus der Perspektive eines Streiters für eine bessere, zukunftsorientierte Corporate Governance muss ich sagen: Der große Durchbruch ist auch in diesem Jahr nicht gelungen. Angesichts fragwürdiger Entwicklungen wie bei ThyssenKrupp und einer enttäuschenden Kodex-Reform muss man konstatieren: Der Weg zu #FutureGoodGovernance ist noch weit.

Weiterlesen

Liebe GBN-Leser,

ich freue mich, Ihnen heute die 200. Ausgabe unserer GermanBoardNews präsentieren zu können. Als wir im Jahr 2015 starteten, war es unser Ziel, die Debatte über Corporate Governance und insbesondere die Rolle der Aufsichtsräte zu fördern und ihr neue Impulse zu geben. Wir wollten den Mund auf machen, wenn uns etwas stört – dabei aber immer fair bleiben.

Das alles gilt weiterhin – zum Beispiel mit Blick auf die VARD-Initiative #FutureGoodGovernance. Ein besonderes Augenmerk werden wir in den kommenden Monaten auf das Thema ‚Unabhängigkeit von Aufsichtsräten’ richten, vor allem, wenn sie bei (kurzfristig orientierten) Investoren in Lohn und Brot stehen. Denn es zeigt sich immer wieder, dass sie trotz aller Lippenbekenntnisse eigene Ziele verfolgen. Genau das erwarten ihre Geldgeber schließlich von ihnen und dafür werden sie bezahlt.

Weiterlesen