Endlich ist das Warten vorbei. Die sogenannte Regierungskommission hat vor gut einer Woche den Entwurf eines neuen Kodex verabschiedet – und erstmal in die Schublade gelegt. Jetzt warten alle auf die Verabschiedung des ARUG II, und erst dann soll der Kodex-Entwurf – angepasst an das Gesetz – der   neuen Bundesjustizministerin (vielleicht wird es ja auch – zumindest kommissarisch – ein Mann) vorgelegt werden. Und unabhängig davon, wer gerade als Minister amtiert, wird Ministerialrat Ulrich Seibert an der Pforte stehen und den Kodex vermutlich durchwinken.

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Der Tag, auf den die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex jetzt schon eine Weile wartet, rückt näher: Am heutigen Freitag beschäftigt sich der Bundesrat mit der neuen, von niemandem so richtig geliebten Aktionärsrechterichtlinie ARUG II. Und am 5. Juni hat der Rechtsausschuss des Bundestages eine öffentliche Anhörung zum selben Thema angesetzt.

Es kann also nicht mehr lange dauern, bis die Kommission dem Bundesjustizministerium den endgültigen Entwurf des neuen Kodexes vorlegt (dafür wollte sie das ARUG II abwarten). Und ich gestehe: Ich wäre gerne dabei, wenn der Kommissionsvorsitzende Rolf Nonnenmacher und Justiz-Staatssekretär Ulrich Seibert die überarbeitete Version besprechen.

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Der Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Stefan Simon hat sich in der vergangenen Woche auf die Seite der Kodex-Kritiker geschlagen: Die „harsche Kritik“ am Reformvorschlag der Regierungskommission sei in sachlicher Hinsicht „vielfach berechtigt“, schrieb er in einem Kommentar für das Handelsblatt.

Zugleich warnte er vor Bestrebungen, „nunmehr den Kodex und die Kommission zu Grabe tragen zu wollen“. Dadurch würde „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“, fürchtet Simon, der den Kodex auch als Gegengewicht zu Stimmrechtsberatern, institutionellen Investoren, Asset Managern und aktivistischen Aktionären sieht, die mit „disparaten Ansinnen“ an Unternehmen herantreten und ihnen Vorgaben in Sachen Corporate Governance machen wollen.

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Die HV-Saison nimmt Fahrt auf, und nach Ostern wird es dann richtig spannend: Bayer steht am 26. April eine besonders turbulente Hauptversammlung bevor, und dann folgen mit hoher Schlagzahl weitere spannende Aktionärstreffen – zum Beispiel bei RWE, Bilfinger, Volkswagen, BMW, Daimler und der Deutschen Bank.

Zugleich schreiten zwei Reformen voran: Die neue Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) muss bis zum 10. Juni in deutsches Recht umgesetzt werden, und der neue Deutsche Corporate Governance Kodex geht ebenfalls auf die Zielgerade.

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Die HV-Saison hat begonnen, und es wird wieder verstärkt über Aufsichtsräte diskutiert: Aktionäre hinterfragen die Kompetenz von Kandidaten, pochen auf mehr Unabhängigkeit und kritisieren hohe Boni. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich finde die Debatten richtig und wichtig, und wir Aufsichtsräte sollten uns ihnen stellen.

Was angesichts lautstarker Kritik jedoch bisweilen in Vergessenheit gerät: Ein großer Teil der Aufsichtsräte ist gut aufgestellt und macht einen ordentlichen bis sehr guten Job. Die Zeiten, in denen Vorsitzende Buddies aus ihrem Netzwerk engagierten, sind vorbei; in den letzten Jahren sind zahlreiche hochkompetente Expertinnen und Experten in die Aufsichtsräte eingezogen.

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Die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) feiert diesen Freitag ihren 7. Geburtstag. Und die aktuelle Debatte um die Kodex-Reform zeigt eindrucksvoll, dass die Gründung ein wichtiger Schritt war – und bleibt. Denn in Sachen Corporate Governance liegt (trotz erfreulichen Fortschritten bei der Professionalisierung der Aufsichtsräte) weiterhin vieles im Argen. Und manches entwickelt sich derzeit in die falsche Richtung.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei sämtlichen 132 Mitgliedern bedanken, die sich durch ihre VARD-Mitgliedschaft zur Professionalisierung des Berufsstandes und zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung bekennen.

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Ich bin nicht immer einer Meinung mit Manuel René Theisen. Doch bei der Lektüre seiner jüngsten Kolumne habe ich unweigerlich genickt. Vom ursprünglichen Ansatz der Kodex-Reform seien im Entwurf der Regierungskommission „kaum noch Spurenelemente erkennbar“, konstatiert Theisen. Die „Reanimierung“ des Kodexes müsse deshalb als gescheitert angesehen werden.

Seine Schlussfolgerung allerdings ist meines Erachtens gefährlich. „Haben wir den Mut und lassen wir es einfach sein“, schreibt Theisen – und schlägt damit vor, den Kodex ersatzlos zu streichen (so verstehe ich es jedenfalls).

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Ich kann nur für mich sprechen, habe es aber auch von zahlreichen Teilnehmern gehört: Der Deutsche Aufsichtsratstag (#DART14) Ende vergangener Woche hat eine Fülle interessanter Einblicke und Erkenntnisse geliefert.

Auf zwei besondere Highlights gehen wir in dieser Ausgabe ein; auch allen anderen Referenten, Diskussionsteilnehmern und Besuchern möchte ich auf diesem Wege noch einmal herzlich danken.

Besonders gefreut hat mich persönlich das positive Feedback auf meinen Impulsvortrag, den GermanBoardNews-Leser am vergangenen Freitag an dieser Stelle lesen konnten: Im Rahmen des „Zukunftsforum Aufsichtsrat“, mit dem wir den DART traditionell ausklingen lassen, habe ich nicht nur Zuspruch für die Kritik an Kodex und Regierungskommission erhalten – sondern auch…

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Sie kennen alle das Sprichwort: „Was kümmert es uns, dass ein Sack Reis in China umfällt“ oder „… wenn in Holland ein Rad umfällt“. Genau so scheint es vielen mit dem neuen Kodex-Entwurf der Regierungskommission zu ergehen. Überflüssiges wurde gestrichen, der Rest neu sortiert und ein paar Aufregerthemen („Vorstandsvergütung“) positioniert.

Aber weite Teile der Wirtschaft scheint das nicht zu interessieren. Was mich zu zwei zentralen Fragen führt: Wer will den Kodex, wer braucht den Kodex?

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Ich habe mich in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Ebenen mit dem Corporate-Governance-Kodex befasst und argumentiert, das Unternehmen kein starres Korsett, sondern Leitlinien brauchen. Das gilt meines Erachtens erst Recht für die Verantwortlichen selbst, und diesem Anspruch versuchen wir mit den Berufsgrundsätzen der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) gerecht zu werden, die wir als unseren „Personal-Governance-Kodex“ bezeichnen.

Wir haben darin zwölf prägnante Prinzipien zu Themen wie „Unabhängigkeit“, „Aus- und Fortbildung“ oder „zeitliche Verfügbarkeit“ definiert, an denen sich Aufsichtsräte orientieren sollten, um (noch) besser zu werden.

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