Liebe Leser der GermanBoardNews,

während wir mit Spannung die ersten Ergebnisse des Bundestagsuntersuchungsausschusses im Fall Wirecard und die neuen DAX-Regeln der Deutschen Börse erwarten, zeichnen sich erste politische Reformen ab.

Es wäre aber sicherlich zu kurz gesprungen, wenn die wesentliche Lehre aus dem Fall Wirecard die wäre, die  BaFin zu stärken. Denn es gibt ja bekanntlich nicht nur am Finanzmarkt „böse Buben“. Was ist also mit all den Unternehmen, bis zu denen der lange Arm der BaFin nicht reicht?

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

heute möchte ich mich herzlich bei vier langjährigen Mitstreitern bedanken: Dietmar Kuhnt, Stephan Kufferath, Wilhelm Haarmann und Carl-Dieter Wuppermann haben die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) mit Engagement, Expertise und Menschlichkeit geprägt. Ihr Einsatz für die Professionalisierung unseres Berufsstandes und eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung verdient höchste Anerkennung!

Zugleich freue ich mich, dass wir nach ihrem Ausscheiden neue, hochkarätige Aufsichtsräte für Präsidium und Vorstand gewinnen konnten (siehe dazu unsere Rubrik „Aufsichtsräte der Woche“, in der wir heute ausnahmsweise einen Blick in die eigenen Reihen werfen).

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

das Rufen wurde erhört! Mit ein wenig Stolz und frischer Zuversicht schreibe ich diesen Satz. Denn nach dem Wirecard-Skandal, der durch ein komplettes Systemversagen (auch auf Aufsichtsratsebene) möglich wurde, bewegt sich endlich was in Corporate Governance Germany – und zwar auf zwei Ebenen.

Erstens: Der Untersuchungsausschuss des Bundestages in Sachen Wirecard wird das Governance-System-Thema aufgreifen, wie aus der konstituierenden Frageliste hervorgeht: Dort heißt es in Abschnitt III, Ziff. 47, es solle untersucht werden:

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Liebe Leser der GermanBoardNews, was ist denn da los in Corporate Deutschland? Mit der Lufthansa haben wir uns mehrfach beschäftigt, und dann hat uns plötzlich Wirecard  überrascht. Wirklich? Ja. Auch ich war geneigt, das Unternehmen mit einer rosaroten Brille zu sehen. Immerhin hat Wirecard in den letzten zwei Jahren reputable Aufsichtsräte an Bord geholt (und weist übrigens eine alles übertreffende Frauenquote aus).

Für die Hauptversammlung waren weitere Aufsichtsräte angekündigt (wir haben hier darüber berichtet). Und jetzt bringt genau dieses Unternehmen Schande über den Kapitalmarktstandort Deutschland. Die Rolle des Aufsichtsrates bei diesem Desaster werden wir uns ganz genau ansehen müssen.

Das Wirecard-Drama offenbart aber noch ein ganz anderes Problem: Wir haben zwar den Deutschen Corporate Governance Kodex, aber auf die Corporate Governance im Sinne guter Unternehmensführung und -überwachung hat er keine positive Wirkung. Wie sonst wäre es zu erklären, dass ein Unternehmen, das den Kodex weitgehend einhält, einen derartigen Skandal verursacht?

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

die gute Nachricht der Woche war: Die Bundesregierung will keine Politiker oder Staatssekretäre, sondern zwei unabhängige Experten in den Aufsichtsrat der Lufthansa schicken. Wenn die Gremien und die EU-Kommission den Einstieg des Corona-Rettungsfonds WSF durchwinken, dürfte das Unternehmen also wichtigen unternehmerischen Gestaltungsspielraum behalten. Gut so.

Wir werden allerdings sehr genau beobachten, wie es um die „Unabhängigkeit“ und die „Expertise“ der neuen Aufsichtsräte tatsächlich bestellt ist. Zudem hoffe ich im Sinne der Lufthanseaten, dass das Kompetenz- und Diversity-Profil des Kontrollgremiums nicht aus den Fugen gerät.

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

nach einer kurzen Corona-Pause melden wir uns zurück, während der Corona-Wahnsinn in die nächste Runde geht. Medizin, Wirtschaft, Gesellschaft – drei Krisen in einer, und eine komplexer als die andere. Für mich ist klar: Wir dürfen jetzt nicht regional oder national denken. Stattdessen müssen wir versuchen, die globale Dimension zumindest ansatzweise zu verstehen.

Dabei waren wir doch schon überfordert, die Blockbuster-Themen der vergangenen Monate zu verarbeiten: Klimawandel, Umweltkatastrophen, Cyberkrieg. Und jetzt kommt noch eine Pandemie dazu (es wird wahrscheinlich nicht die letzte sein). Bei den Unsummen, die gerade zur ‚Rettung‘ aufgerufen werden, scheint es um ein „all in“ zu gehen – wie Pokerspieler das wohl nennen würden.

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Die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) feiert diesen Freitag ihren 7. Geburtstag. Und die aktuelle Debatte um die Kodex-Reform zeigt eindrucksvoll, dass die Gründung ein wichtiger Schritt war – und bleibt. Denn in Sachen Corporate Governance liegt (trotz erfreulichen Fortschritten bei der Professionalisierung der Aufsichtsräte) weiterhin vieles im Argen. Und manches entwickelt sich derzeit in die falsche Richtung.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei sämtlichen 132 Mitgliedern bedanken, die sich durch ihre VARD-Mitgliedschaft zur Professionalisierung des Berufsstandes und zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung bekennen.

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Auf unseren Brief an das Bundesjustizministerium hat Katarina Barleys Referatsleiter geantwortet. Um es kurz zusammenzufassen: Ulrich Seibert schreibt mit sehr netten Worten – nichts, jedenfalls nichts Substanzielles. Ganz offensichtlich traut sich die Politik nicht in den Ring, die Devise scheint zu lauten „Was kümmern uns die Befindlichkeiten der deutschen Wirtschaft, wenn Europawahlen sind“.

Eine lapidare, aber dennoch bemerkenswerte Passage in der Antwort lautet: „Ich wäre einmal ganz entspannt, dass die Kommission, die ja aus hochkarätigen und sehr vernünftigen Personen besteht, die Stellungnahmen in sinnvoller Weise auswerten wird“, schreibt Seibert – und schlägt vor, das Ergebnis abzuwarten.

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Der renommierte US-Governance-Newsletter Global Proxy Watch hat sich am vergangenen Freitag ausführlich der deutschen Kodex-Reform gewidmet: Unter der Überschrift „Code Breakers“ berichteten die Redakteure Aaron Bernstein und Havard Professor Stephen Davis über die harsche Kritik aus den Unternehmen, unseren offenen Brief an Bundesjustizministerin Katarina Barley  und die Initiative #KodexWende.

Das zeigt: Im Ausland wird die deutsche Debatte interessiert, aber vielfach auch überrascht verfolgt, wie ich aus mehreren Gesprächen weiß. Denn während wir über kleinteilige Vorgaben für Managergehälter und Amtszeiten diskutieren, geht der internationale Trend in eine andere Richtung – hin zu prägnanten Prinzipien, die die Unternehmen selbst mit Leben füllen sollen.

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BlackRock-Chef Larry Fink hat kürzlich seinen jährlichen Brief an die CEOs geschrieben, und in dieser Woche bin ich endlich dazu gekommen, ihn zu lesen: Fink fordert unter anderem, dass Manager mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und den Unternehmenszweck („purpose“) stärker in den Mittelpunkt rücken.

Das zeigt, dass institutionelle Investoren völlig andere Erwartungen haben als vor einigen Jahren. Und ich habe mich unweigerlich gefragt: Hilft der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) den deutschen Unternehmen eigentlich, diese Erwartungen zu erfüllen? Da die Regierungskommission beharrlich die Investoren in den Fokus rückt, müsste das doch eigentlich der Fall sein.

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