Liebe Leser*innen der GermanBoardNews,

BlackRock-Chef Larry Fink hat wieder seinen jährlichen „CEO“-Letter geschrieben, und der steht ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Das ist aus meiner Sicht wenig überraschend, aber womöglich habe ich mich schon daran gewöhnt, dass Fink klingt wie ein linker Kapitalismuskritiker.

Dieser Habitus sollte aber niemanden verleiten, ihn zu belächeln oder seine Botschaften auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn sein Weckruf ist durchaus berechtigt, und jedem Aufsichtsrat und Vorstand muss spätestens jetzt klar sein: Der Druck der Investoren steigt massiv, und das wird sich schon in der anstehenden HV-Saison bemerkbar machen.

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Liebe Leserinnen und Leser der GermanBoardNews,

auch wenn das neue Jahr bereits zwei Wochen alt ist: Ich wünsche Ihnen alles Gute für 2021 und hoffe, Sie sind gut und gesund in den Januar gestartet.

Mich treibt derzeit vor allem um, was wir in den USA erlebt haben. Der Sturm auf das Capitol hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, wie fragil unsere Demokratie ist – und wie gefährlich der Populismus, den Donald Trump wie kein Zweiter verkörpert. Ich bin überzeugt: Entscheider in der Wirtschaft sind nach den Ereignissen mehr denn je aufgerufen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich für die liberale Demokratie einzusetzen (siehe dazu unser Top vs. Flop).

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Liebe Leserinnen und Leser der GermanBoardNews,

vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle angekündigt, den Fall ThyssenKrupp einer aktualisierten Bewertung zu unterziehen. Seiher hat das Thema an Brisanz gewonnen: Der Aufsichtsrat musste heftige Kritik für die Entscheidung einstecken, den Vorständen eine Sondervergütung zu gewähren.

Auch ich halte die Boni angesichts der Situation des Unternehmens für sehr fragwürdig. Zwar wäre das Ganze halb so wild, wenn es sich um einen Ausrutscher handeln würde. Doch davon kann leider keine Rede sein: Die Sonderboni passen wie die Faust aufs Auge zu einem Konzern mit erheblichen Defiziten bei der Corporate Governance.

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

in den vergangenen Tagen war in Corporate Governance Deutschland noch mehr los als wir erwartet hatten. Ohne damit Prioritäten definieren zu wollen, werden wir uns mit einigen Themen erst in den kommenden Ausgaben intensiver befassen können. Ich denke da an die neue Quotenregelung für Vorstände und den Wirecard Untersuchungsausschuss (sowie die Rolle von Tina Kleingarn). Aber auch das Thema ThyssenKrupp  geht mir nach wie vor unter die Haut und bedarf einer aktualisierten Bewertung – mit der Lupe.

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

nach dem Wirecard-Skandal diskutieren (endlich!) alle über Corporate Governance, und auch die Arbeitnehmervertreter haben sich nun eingeschaltet: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) forderte in dieser Woche eine „Neujustierung der Konfliktlösung in den Aufsichtsräten“.

Dahinter verbirgt sich die Idee, umstrittene strategische Entscheidungen „in einem Mediationsverfahren mit neutralem Schlichter zu fällen“ – und nicht mehr durch das Doppelstimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden. Das soll etwa für Sitzverlagerungen ins Ausland, Fusionen, Werksschließungen oder „Massenentlassungen“ gelten.

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

in dieser Woche wurde der 123 Seiten starke Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz – FISG) veröffentlicht. Schon der Blick auf die Zielsetzung („… Jüngste Vorkommnisse haben gezeigt, dass insbesondere die Bilanzkontrolle gestärkt und die Abschlussprüfung weiter reguliert werden müssen…“) zeigt: Mit dem Gesetz wollen Bundesfinanz- und -justizministerium Lehren  aus dem Fall Wirecard ziehen und als Agenda in Szene setzen.

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

während wir mit Spannung die ersten Ergebnisse des Bundestagsuntersuchungsausschusses im Fall Wirecard und die neuen DAX-Regeln der Deutschen Börse erwarten, zeichnen sich erste politische Reformen ab.

Es wäre aber sicherlich zu kurz gesprungen, wenn die wesentliche Lehre aus dem Fall Wirecard die wäre, die  BaFin zu stärken. Denn es gibt ja bekanntlich nicht nur am Finanzmarkt „böse Buben“. Was ist also mit all den Unternehmen, bis zu denen der lange Arm der BaFin nicht reicht?

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

heute möchte ich mich herzlich bei vier langjährigen Mitstreitern bedanken: Dietmar Kuhnt, Stephan Kufferath, Wilhelm Haarmann und Carl-Dieter Wuppermann haben die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) mit Engagement, Expertise und Menschlichkeit geprägt. Ihr Einsatz für die Professionalisierung unseres Berufsstandes und eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung verdient höchste Anerkennung!

Zugleich freue ich mich, dass wir nach ihrem Ausscheiden neue, hochkarätige Aufsichtsräte für Präsidium und Vorstand gewinnen konnten (siehe dazu unsere Rubrik „Aufsichtsräte der Woche“, in der wir heute ausnahmsweise einen Blick in die eigenen Reihen werfen).

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Liebe Leser der GermanBoardNews,

das Rufen wurde erhört! Mit ein wenig Stolz und frischer Zuversicht schreibe ich diesen Satz. Denn nach dem Wirecard-Skandal, der durch ein komplettes Systemversagen (auch auf Aufsichtsratsebene) möglich wurde, bewegt sich endlich was in Corporate Governance Germany – und zwar auf zwei Ebenen.

Erstens: Der Untersuchungsausschuss des Bundestages in Sachen Wirecard wird das Governance-System-Thema aufgreifen, wie aus der konstituierenden Frageliste hervorgeht: Dort heißt es in Abschnitt III, Ziff. 47, es solle untersucht werden:

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Liebe Leser der GermanBoardNews, was ist denn da los in Corporate Deutschland? Mit der Lufthansa haben wir uns mehrfach beschäftigt, und dann hat uns plötzlich Wirecard  überrascht. Wirklich? Ja. Auch ich war geneigt, das Unternehmen mit einer rosaroten Brille zu sehen. Immerhin hat Wirecard in den letzten zwei Jahren reputable Aufsichtsräte an Bord geholt (und weist übrigens eine alles übertreffende Frauenquote aus).

Für die Hauptversammlung waren weitere Aufsichtsräte angekündigt (wir haben hier darüber berichtet). Und jetzt bringt genau dieses Unternehmen Schande über den Kapitalmarktstandort Deutschland. Die Rolle des Aufsichtsrates bei diesem Desaster werden wir uns ganz genau ansehen müssen.

Das Wirecard-Drama offenbart aber noch ein ganz anderes Problem: Wir haben zwar den Deutschen Corporate Governance Kodex, aber auf die Corporate Governance im Sinne guter Unternehmensführung und -überwachung hat er keine positive Wirkung. Wie sonst wäre es zu erklären, dass ein Unternehmen, das den Kodex weitgehend einhält, einen derartigen Skandal verursacht?

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