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Die meisten von Ihnen werden Goethes Zauberlehrling kennen, der die Zaubersprüche seines Meisters ausprobiert – seiner Macht dann aber nicht gewachsen ist.

So ähnlich ist es bei der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, die ihren Einfluss immer weiter ausgebaut hat und spätestens mit dem aktuellen Kodex-Entwurf bestätigt, dass sie mit ihrer Rolle überfordert und zu einem Standort-Risiko geworden ist. Ich bin deshalb fest überzeugt: Wir brauchen keine Corporate-Governance-Reform, sondern eine Revolution.

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Mein Gedächtnis trügt womöglich, aber ich kann mich nicht an derart geballten Widerstand gegen eine Reform des Deutschen Corporate Governance Kodex erinnern: Von Unternehmen wie K+S über den Deutschen Investor Relations Verband (DIRK) bis hin zu unserer Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) haben unterschiedliche Stakeholder den Entwurf der Regierungskommission kritisiert; mehr als 100 Stellungnahmen gingen im Konsultationsverfahren ein.

Das zeigt, dass die Corporate-Governance-Debatte in Deutschland lebt (gut so!) – und dass der Kodex noch längst nicht fertig ist. Wer sich die Stellungnahmen anschaut, wird feststellen: Neben der unveränderten Detailtiefe sorgt auch das geplante „Apply-and-Explain“-Prinzip für Unmut. Von einer „Aufblähung der Berichte ohne inhaltlichen Mehrwert“ ist die Rede und von einem „Widerspruch zum bewährten Comply-or-Explain-Prinzip“.

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Larry Fink

BlackRock-Chef Larry Fink hat kürzlich seinen jährlichen Brief an die CEOs geschrieben, und in dieser Woche bin ich endlich dazu gekommen, ihn zu lesen: Fink fordert unter anderem, dass Manager mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und den Unternehmenszweck („purpose“) stärker in den Mittelpunkt rücken.

Das zeigt, dass institutionelle Investoren völlig andere Erwartungen haben als vor einigen Jahren. Und ich habe mich unweigerlich gefragt: Hilft der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) den deutschen Unternehmen eigentlich, diese Erwartungen zu erfüllen? Da die Regierungskommission beharrlich die Investoren in den Fokus rückt, müsste das doch eigentlich der Fall sein.

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DCGK

Am 31. Januar, also am Donnerstag kommender Woche, endet die Konsultationsfrist zum Neu-Entwurf für den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) wird ebenfalls Stellung nehmen – aber nicht nur zu Änderungen, sondern auch zu grundsätzlichen Fragen.

Denn wie ich an dieser Stelle bereits betont habe: Wir sind überzeugt, dass unsere Unternehmen und der Wirtschaftsstandort Deutschland einen Paradigmenwechsel in Sachen Corporate Governance brauchen. Ein Kodex muss Hilfe zur Selbsthilfe sein – und keine Gängelei auf Basis einer völlig verfehlten „one-size-fits-all“-Philosophie, die der Vielfalt unserer Wirtschaft nicht gerecht wird und einen formalistischen Habitus fördert.

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Apply-and-Explain

Die Regierungskommission hat einen neuen Governance-Grundsatz entdeckt: Infolge der aktuellen Kodex-Reform soll das „Apply-and-Explain“-Prinzip greifen – Unternehmen sollen also erklären, wie sie die Empfehlungen konkret umsetzen.

Das ist im Kern ein guter Gedanke, weil es Reflexionen und Diskussionen in den Unternehmen fördert. Und die sind aus meiner Sicht der Schlüssel zu einer neuen, besseren Corporate-Governance-Kultur. Ich habe deshalb bereits 2017 im Zuge meines Entwurfs für einen innovativen Kodex für „apply and explain“ plädiert (und bin damit bei der Kommission auf Desinteresse gestoßen).

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Governance

Nach zwei Wochen Winterpause melden wir uns mit den GermanBoardNews zurück. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich ist die Zeit um den Jahreswechsel immer wichtig, um die letzten zwölf Monate Revue passieren zu lassen, den Blick zu schärfen und neue Gedanken zu entwickeln.

Rückblickend muss man sagen: Aus Governance-Sicht ist ein Großteil des vergangenen Jahres enttäuschend verlaufen – und zwar quer durch die Wirtschaft von ThyssenKrupp (wo aktivistische Aktionäre einen Etappensieg errungen haben) bis hin zu Bayern München (wo Uli Hoeneß trotz prominenter Aufsichtsräte weiter durchregieren darf).

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Corporate Governance

Mit dieser Ausgabe der GermanBoardNews verabschieden wir uns für zwei Wochen in den Urlaub – um über Weihnachten und Neujahr viel Zeit mit der Familie zu verbringen, aber auch, um Kraft zu tanken. Denn für 2019 haben wir uns viel vorgenommen.

Insbesondere wollen wir, wie bereits angekündigt, eine breit angelegte Vorstands- und Aufsichtsratsinitiative für eine tiefgreifende Corporate-Governance-Reform starten. Denn seit Veröffentlichung des Reformvorschlags der Regierungskommission, zu dem bis Ende Januar die Konsultationsfrist läuft, ist klar: Das wird alles andere als ein großer Wurf.

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Corporate Governance

Ich habe mich in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Ebenen mit dem Corporate-Governance-Kodex befasst und argumentiert, das Unternehmen kein starres Korsett, sondern Leitlinien brauchen. Das gilt meines Erachtens erst Recht für die Verantwortlichen selbst, und diesem Anspruch versuchen wir mit den Berufsgrundsätzen der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) gerecht zu werden, die wir als unseren „Personal-Governance-Kodex“ bezeichnen.

Wir haben darin zwölf prägnante Prinzipien zu Themen wie „Unabhängigkeit“, „Aus- und Fortbildung“ oder „zeitliche Verfügbarkeit“ definiert, an denen sich Aufsichtsräte orientieren sollten, um (noch) besser zu werden.

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Corporate Governance Aktuell

Sie kennen alle das Sprichwort: „Was kümmert es uns, dass ein Sack Reis in China umfällt“ oder „… wenn in Holland ein Rad umfällt“. Genau so scheint es vielen mit dem neuen Kodex-Entwurf der Regierungskommission zu ergehen. Überflüssiges wurde gestrichen, der Rest neu sortiert und ein paar Aufregerthemen („Vorstandsvergütung“) positioniert.

Aber weite Teile der Wirtschaft scheint das nicht zu interessieren. Was mich zu zwei zentralen Fragen führt: Wer will den Kodex, wer braucht den Kodex?

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Peter H. Dehnen

Ich kann nur für mich sprechen, habe es aber auch von zahlreichen Teilnehmern gehört: Der Deutsche Aufsichtsratstag (#DART14) Ende vergangener Woche hat eine Fülle interessanter Einblicke und Erkenntnisse geliefert.

Auf zwei besondere Highlights gehen wir in dieser Ausgabe ein; auch allen anderen Referenten, Diskussionsteilnehmern und Besuchern möchte ich auf diesem Wege noch einmal herzlich danken.

Besonders gefreut hat mich persönlich das positive Feedback auf meinen Impulsvortrag, den GermanBoardNews-Leser am vergangenen Freitag an dieser Stelle lesen konnten: Im Rahmen des „Zukunftsforum Aufsichtsrat“, mit dem wir den DART traditionell ausklingen lassen, habe ich nicht nur Zuspruch für die Kritik an Kodex und Regierungskommission erhalten – sondern auch wertvolle Ideen.

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