Larry Fink

BlackRock-Chef Larry Fink hat kürzlich seinen jährlichen Brief an die CEOs geschrieben, und in dieser Woche bin ich endlich dazu gekommen, ihn zu lesen: Fink fordert unter anderem, dass Manager mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und den Unternehmenszweck („purpose“) stärker in den Mittelpunkt rücken.

Das zeigt, dass institutionelle Investoren völlig andere Erwartungen haben als vor einigen Jahren. Und ich habe mich unweigerlich gefragt: Hilft der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) den deutschen Unternehmen eigentlich, diese Erwartungen zu erfüllen? Da die Regierungskommission beharrlich die Investoren in den Fokus rückt, müsste das doch eigentlich der Fall sein.

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DCGK

Am 31. Januar, also am Donnerstag kommender Woche, endet die Konsultationsfrist zum Neu-Entwurf für den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) wird ebenfalls Stellung nehmen – aber nicht nur zu Änderungen, sondern auch zu grundsätzlichen Fragen.

Denn wie ich an dieser Stelle bereits betont habe: Wir sind überzeugt, dass unsere Unternehmen und der Wirtschaftsstandort Deutschland einen Paradigmenwechsel in Sachen Corporate Governance brauchen. Ein Kodex muss Hilfe zur Selbsthilfe sein – und keine Gängelei auf Basis einer völlig verfehlten „one-size-fits-all“-Philosophie, die der Vielfalt unserer Wirtschaft nicht gerecht wird und einen formalistischen Habitus fördert.

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Governance

Nach zwei Wochen Winterpause melden wir uns mit den GermanBoardNews zurück. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich ist die Zeit um den Jahreswechsel immer wichtig, um die letzten zwölf Monate Revue passieren zu lassen, den Blick zu schärfen und neue Gedanken zu entwickeln.

Rückblickend muss man sagen: Aus Governance-Sicht ist ein Großteil des vergangenen Jahres enttäuschend verlaufen – und zwar quer durch die Wirtschaft von ThyssenKrupp (wo aktivistische Aktionäre einen Etappensieg errungen haben) bis hin zu Bayern München (wo Uli Hoeneß trotz prominenter Aufsichtsräte weiter durchregieren darf).

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Corporate Governance

Mit dieser Ausgabe der GermanBoardNews verabschieden wir uns für zwei Wochen in den Urlaub – um über Weihnachten und Neujahr viel Zeit mit der Familie zu verbringen, aber auch, um Kraft zu tanken. Denn für 2019 haben wir uns viel vorgenommen.

Insbesondere wollen wir, wie bereits angekündigt, eine breit angelegte Vorstands- und Aufsichtsratsinitiative für eine tiefgreifende Corporate-Governance-Reform starten. Denn seit Veröffentlichung des Reformvorschlags der Regierungskommission, zu dem bis Ende Januar die Konsultationsfrist läuft, ist klar: Das wird alles andere als ein großer Wurf.

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Corporate Governance

Ich habe mich in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Ebenen mit dem Corporate-Governance-Kodex befasst und argumentiert, das Unternehmen kein starres Korsett, sondern Leitlinien brauchen. Das gilt meines Erachtens erst Recht für die Verantwortlichen selbst, und diesem Anspruch versuchen wir mit den Berufsgrundsätzen der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) gerecht zu werden, die wir als unseren „Personal-Governance-Kodex“ bezeichnen.

Wir haben darin zwölf prägnante Prinzipien zu Themen wie „Unabhängigkeit“, „Aus- und Fortbildung“ oder „zeitliche Verfügbarkeit“ definiert, an denen sich Aufsichtsräte orientieren sollten, um (noch) besser zu werden.

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Corporate Governance Aktuell

Sie kennen alle das Sprichwort: „Was kümmert es uns, dass ein Sack Reis in China umfällt“ oder „… wenn in Holland ein Rad umfällt“. Genau so scheint es vielen mit dem neuen Kodex-Entwurf der Regierungskommission zu ergehen. Überflüssiges wurde gestrichen, der Rest neu sortiert und ein paar Aufregerthemen („Vorstandsvergütung“) positioniert.

Aber weite Teile der Wirtschaft scheint das nicht zu interessieren. Was mich zu zwei zentralen Fragen führt: Wer will den Kodex, wer braucht den Kodex?

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Peter H. Dehnen

Ich kann nur für mich sprechen, habe es aber auch von zahlreichen Teilnehmern gehört: Der Deutsche Aufsichtsratstag (#DART14) Ende vergangener Woche hat eine Fülle interessanter Einblicke und Erkenntnisse geliefert.

Auf zwei besondere Highlights gehen wir in dieser Ausgabe ein; auch allen anderen Referenten, Diskussionsteilnehmern und Besuchern möchte ich auf diesem Wege noch einmal herzlich danken.

Besonders gefreut hat mich persönlich das positive Feedback auf meinen Impulsvortrag, den GermanBoardNews-Leser am vergangenen Freitag an dieser Stelle lesen konnten: Im Rahmen des „Zukunftsforum Aufsichtsrat“, mit dem wir den DART traditionell ausklingen lassen, habe ich nicht nur Zuspruch für die Kritik an Kodex und Regierungskommission erhalten – sondern auch wertvolle Ideen.

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Der Vorsitzende der Regierungskommission, Rolf Nonnenmacher, hat am Dienstag den Entwurf für einen neuen Kodex vorgestellt. Und tatsächlich: Wenn die Vorschläge Realität werden, wäre das Regelwerk – wie angekündigt – „klarer und kompakter“.

Allerdings hätte ich mir mehr Mut gewünscht: Der Entwurf ist trotz der Kürzungen noch immer kleinteilig und besteht aus Dutzenden Grundsätzen und Empfehlungen, die auf 13 DIN-A4 Seiten daherkommen. Darunter sind weiter etliche Selbstverständlichkeiten und starre Vorgaben.

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Regierungskommission

Peter H. Dehnen: „Der Arbeitsauftrag an die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, der zugleich deren Legimitation darstellt, stammt aus dem Jahr 2001. Meines Erachtens ist es deshalb höchste Zeit für einen neuen gesetzlichen Auftrag, damit die Kommission selbst und die verfolgten Ziele nicht verselbstständigen.
Bei der Formulierung eines neuen Auftrags sollte das formal zuständige Bundesjustizministerium das Wirtschaftsministerium einbinden, damit wir wegkommen vom Formalismus: Der Kodex muss endlich wieder praxisnäher werden.
Dazu gilt es aus meiner Sicht, die Vorgaben auf ein Mindestmaß zu beschränken, damit wieder Spielraum für maßgeschneiderte Umsetzungen und Diskussionen entsteht. Nur so können wir es schaffen, dass sich wieder die Vorstände und Aufsichtsräte mit dem Kodex befassen – und nicht die Unternehmensjuristen.“

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Kodex

Liebe Leser,
vor wenigen Tagen hat mich eine Meldung in der Börsen-Zeitung überrascht. Unter der Überschrift „Aufsichtsräte schätzen Kodex als Leitplanke“ berichtete das Blatt über eine Umfrage von drei Aufsichtsratsverbänden, der zufolge sich Kontrolleure „mehrheitlich in ihrer Tätigkeit vom Kodex unterstützt“ fühlen.
Ich kann nur sagen: Unter den VARD-Mitgliedern und in meinem Netzwerk ist das Stimmungsbild ein anderes. Deshalb habe ich 2017 im Austausch mit führenden Aufsichtsräten die wesentlichen Kritikpunkte zusammengefasst und den Alternativvorschlag #KODEX2018 erarbeitet.
Wie kommt es zu dieser Diskrepanz? Womöglich hat es damit zu tun, dass offenbar nur rund die Hälfte der 130 Befragten in der Umfrage Aufsichtsräte sind. Um ein breiteres Stimmungsbild einzuholen, würde ich mich Ihre Meinung sehr interessieren: Empfinden Sie den Kodex als Unterstützung – und warum (nicht)? Ich freue mich auf Ihre Email: dehnen@vard.de

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